Ist Stress immer schlecht?

02.07.2019

Stress war ursprünglich als Reaktion auf Gefahren gedacht. Vor diesem Hintergrund macht es auch Sinn, dass unser Körper entsprechend schlau reagiert. 

In einer Fluchtsituation spielt beispielsweise die Verdauung keine Rolle, sie wird daher gehemmt. Das ist für uns heutzutage natürlich nicht gerade förderlich, da wir uns oft ganztägig auf der "Flucht" befinden.

Bei Stress ist der Körper in Alarmbereitschaft, angespannt, bereit möglichst schnell zu reagieren und zu flüchten. Er kann durchaus sehr sinnvoll sein -  wird allerdings gefährlich, wenn die Phase der Entspannung fehlt.

Und genau das ist das Problem. Auf der einen Seite sind wir heute oft Dauerbelastungen ausgesetzt und zum Anderen fehlt in unserem Alltag ausreichend Bewegung um die Stresshormone abzubauen.

Es ist gut seine Feinde zu kennen, daher findest du hier eine ganze Reihe Stressursachen um dich für dieses Thema zu sensibilisieren. Eine Liste mit den passenden Gegenmaßnahmen findest du im Anschluss.

Ursachen für Stress im Büro:

  • Der Arbeitsplatz  - im Großraumbüro zwischen Serverschrank und Kopierer, ein hoher Geräuschpegel, Temperatur und mangelnde Bewegung spielen hier eine Rolle.
  • Leistungsdruck - "sportliche" Ziele und die Verdichtung von Aufgaben belasten zusätzlich.
  • Überforderung - zu wenig Zeit um ins Thema zu finden und ständig veränderte Anforderungen erhöhen den Druck.
  • Unterforderung - entweder zu wenig zu tun, Langeweile oder ausgelastet, aber unterfordert. 
  • Starre Vorgaben - z. B. fixe Arbeitszeitregelungen - wer kennt nicht die morgendliche Hetzerei weil die Schlummertaste einmal zu oft gedrückt wurde.
  • Kollegen & Führungskräfte - mangelnde Rücksichtnahme auf die Vielseitigkeit der Bedürfnisse: starkes Mitteilungsbedürfnis am Morgen vs. Ich brauche erst einmal einen Kaffee - da prallen unter Umständen Welten aufeinander.
  • Unsicherheiten und Veränderungen - jede Technologie ist an dem Tag des Erscheinens überholt und der Innovations- und Leistungsdruck erfordert ständige Anpassungen.
  • Die Informationsflut - die Bildschirme sind überall und die Menge der zu verarbeitenden Informationen wird immer größer.


Mögliche Gegenmaßnahmen:

  • Führungs- und Unternehmenskultur - Respekt, Anerkennung, Vertrauen und Offenheit können Stress reduzieren. Bei der Mitarbeiterauswahl sollten die Vorkenntnisse und Interessen zur Aufgabe passen.
  • Rahmenbedingungen - Raum und Zeit - hier könnte das Motto sein: so flexibel wie möglich, so starr wie nötig - egal ob Homeoffice oder die Arbeitszeiten im Büro. 
  • Coaching, Beratung und Workshops - in Coachings und Workshops kann ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, was eigentlich belastet. Neue Wege und Entspannungstechniken werden gelernt um mit Stress umzugehen. Gleichzeitig können sich die Kollegen in so einem Rahmen kennenlernen und dadurch zukünftig besser auf die Bedürfnisse des anderen eingehen.
  • Ausgleich - Ab in die Natur. Das hilft um zur Ruhe zu kommen. Aber auch das soziale Umfeld spielt bei der Stressreduktion eine wichtige Rolle.
  • Kommunikation und der Umgang mit Informationen - eine Reduktion auf das Wesentliche ist hilfreich. Keine "Feierabendmails" und ein weniger häufiges Abrufen der Mails würden den Stress enorm reduzieren. 

Diese Aufzählung sollte lediglich einen ersten Einstieg ins Thema bieten. Wenn du mehr dazu lesen möchtest, dann kannst du dich hier zu dem Impulsletter anmelden. In diesem Rahmen erhältst du regelmäßig Informationen zum Thema Vereinfachung, Reduktion, Achtsamkeit und Ernährung. Es geht also immer um das was gut tut. Dabei wird meist der Bezug zum Alltag im Unternehmen hergestellt.