Leseempfehlung "Selbst denken" von Harald Welzer

15.06.2018

Text: Samuel Ginglseder  

Warum ist es nie genug? Jede Stufe im Lebenslauf, jeder Euro auf dem Konto ist lediglich die Vorstufe jedes nächsten Abschnitts, jedes weiteren Euro.

In diesem Buch analysiert Harald Welzer anschaulich warum das so ist.

Darüber hinaus macht er klar, weshalb die Ökobilanzen der Länder nicht unbedingt die Realität widerspiegeln und zeigt wo die Grenzen der Technik liegen.

Weshalb ergibt sich eine nachhaltige Wirtschaft nicht automatisch? Was ist dafür notwendig? Was hat das mit dir zu tun? Und warum sind Sensorien besser als das uneingeschränkte Streben nach Vorausschau mittels Planung und Forschung? Das sind einige der Fragen, die an dieser Stelle beantwortet werden.

Darauf folgt eine Geschichte über die soziale Intelligenz (S. 150 ff.), die beschreibt wie alternative Wirtschaftskonzepte aussehen können.

Die Beschreibung des Lebens im Jahr 2033 (S. 154 ff.) zeigt anschaulich, dass gelebter Minimalismus und Umweltschutz nicht zwangsläufig zu einem schlechten Leben führen müssen. Im Gegenteil - die Beschreibung macht Lust auf mehr.

In diesem Kontext wird der Lifestyle des Loslassens als LORAF (Lifestyle of Relief and Fun) bezeichnet. Das passt als Umschreibung vielleicht sogar besser als Minimalismus. Schließlich stecken hier die Vorteile direkt in der Bezeichnung.

Im Anschluss folgt ein Szenario aus dem Jahr 2033, die wenig erstrebenswert klingt. Man darf gespannt sein in welche Richtung es tatsächlich geht.

Schön zu lesen war, dass Prosoziales Verhalten unter uns Menschen häufiger auftritt als antisoziales Verhalten (S. 178 ff.).

Abgerundet wird das Buch durch Beispiele, die vormachen wie das Selbstdenken aussehen kann. Das macht Mut zur Umsetzung der eigenen Ideen.

Dieses scharfsinnige Buch ist aus meiner Sicht sehr lesenswert. Ich habe hier natürlich nicht alle Inhalte wiedergegeben. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und freue mich auf deine Lesempfehlung.